Ein Regisseur mit künstlerischem Anspruch, aber ohne Erfahrung. Ein Actionheld, ein Brachialkomiker, ein Method Actor, ein Rapper und ein Newcomer in den Hauptrollen. Die Geschichte eines geheimen Einsatzes in Vietnam. Damit soll in Tropic Thunder der teuerste Actionfilm aller Zeiten gedreht werden. Das geht natürlich schief, denn in dem Versuch, echte Gefühle zu bekommen, schafft der Regisseur seine Akteure in den Dschungel, wo sie prompt auf echte Vietcong (bzw. Rauschgiftschmuggler) stoßen.
Und der Regisseur auf eine Landmine tritt.

Tropic Thunder (2008)
Tropic Thunder hat, was die Komik betrifft, einen klaren Plan: man picke sich die einfachsten und offensichtlichsten Ziele heraus und nehme dann einen möglichst großen Hammer, mit dem man möglichst oft darauf einschlägt. Mehr als stereotypen Humor kann man hier nicht erwarten.
Robert Downey jr. spielt den Charakterdarsteller, der sich sogar die Haut dunkel pigmentieren lässt, wenn er einen Schwarzen verkörpert – Blackface lässt grüßen – zur Perfektion, aber das ändert nichts daran, dass diese Figur nur eine Note hat, auf der sie spielt. Jack Blacks Komiker, der Geld damit verdient, auf der Leinwand Pfurzwitze zu machen, ist entsprechend krass und politisch unkorrekt, mehr aber auch nicht. Ben Stiller wiederum ist Ben Stiller, dieselbe Figur wie in all seinen anderen Filmen auch, ohne große Motivationen oder erkennbare Regungen, die er nicht ausspricht, stets ein wenig perplex, irgendwie nett aber auch zurückhaltend, und in Tropic Thunder willkommene Figur, um von einer Idee zur nächsten zu hüpfen. Stiller ist nicht in der Lage, sich wie Black gehen zu lassen oder gar wie Downey das Material zu überkommen und noch etwas draus zu machen.
Es gibt also wenig, wenn auch nicht gar keinen, Grund zu Schmunzeln in Tropic Thunder. Aber der Film versucht ja gleichzeitig, ein Actionfilm zu sein. Hier funktioniert er etwas besser, weil die Explosionen schön teuer sind. Aber mit Ausnahme des vor unseren Augen zerbombten Regisseurs und eines Pandas stirbt niemand in diesem Film, nicht einmal off-camera, weshalb Maschinengewehre (auch die echten), Flammenwerfer und Granaten primär laut knallen und gut aussehen. Spannung jedenfalls entsteht nicht.
Tropic Thunder ist die Art von Film, die dem durchschnittlichen Teenager suggeriert, auch er habe das Zeug für Hollywood, denn auf diese Ideen wäre er auch gekommen. Es ist die Form anspruchsloser Unterhaltung, die den fehlenden Anspruch auch auf die Umsetzung bezieht und sich keine Mühe gibt, etwas auszufeilen. Ein weißer Mann tanzt zu Rapmusik? Das hat es schon oft gegeben und war noch nie lustig.
Tropic Thunder ist kein Fiasko, sondern einfach nur mindere Unterhaltung mit kleinen Momenten, in denen vor allem Robert Downey jr glänzt. Nicht richtig gut, aber auch kein Scary Movie-Scheiß. Wenn man es lustig findet, dass jemandem in Hand- und Fußketten in den Magen geboxt wird, dann ist Tropic Thunder sogar empfehlenswert.

Comments 2
Da kann ich eigentlich nur kopfnickend zustimmen… aber aber aber du kannst doch nicht Tropic Thunder reviewen ohne die unfassbare Transformation des Tom Cruise zu erwähnen! Denn dafür alleine (und tatsächlich, viel mehr bietet der Film auch nicht) lohnt sich das Anschauen. Oder gibt’s in deinem Blog etwa Scientologenverbot?
Posted 21 Mar 2009 at 13:16 ¶Die erwähnt doch jeder. Nee, nee. Außerdem fand ich die eigentlich recht billig: klar, eine tolle Maske. Aber “Wir stecken Tom Cruise in die Rolle eines dicken, kahlen Arschlochs und lassen ihn zu HipHop tanzen” ist wirklich keine besondere kreative Leistung. Die Maske war allerdings wirklich großartig. Der Gag hinter der Figur beschränkt auf: “OMG! Das ist Tom Cruise!”
Posted 21 Mar 2009 at 14:06 ¶Post a Comment