Vor drei Jahren wurden die Frau und das Neugeborene des Polizisten Max Payne (Mark Wahlberg) von Einbrechern getötet. Seitdem kennt Max nur ein Ziel: den dritten Täter zu finden, der aus dem Fenster floh, bevor Max ihn erschießen konnte. Jetzt führt ihn der Mord an seinem Partner auf die Spur dieses Täters – und einer noch viel größeren Sache.
Es geht nämlich auch um Walküren.

May Payne (2008)
Mark Wahlberg hingegen ist nur ein schweigsamer Typ mit halbwegs intakten Emotionen, kein Wrack. Sein Gesicht ist zudem zu jünglich und glatt, und sein Gang ist nicht der eines Mannes, der mit dem Leben abgeschlossen hat und Tod bringt, sondern eines Lastwagenfahrers auf dem Weg zur Toilette. Kurz: Mark Wahlberg ist miserabel gecastet – wenn auch immer noch besser als Mila Kunis als femme fatal Mona Sax, eine Auftragskillerin mit der Positur eines kleinen Mädchens.
Dazu kommt, dass der Film uns die Visionen von Drogenabhängigen – eben jene geflügelten Wesen, die hier Walküren sein sollen – lange Zeit als mögliche Realität verkauft, was den Ton des Films von hartem Thriller zu übernatürlichem Thriller hin- und herwirft und man sich zuerst nicht sicher ist, was man da denn jetzt sieht.
Szene des Films ist der Moment, als Max zur Trauerfeier seines toten Kollegen geht – denn er muss natürlich Respekt erweisen, wie es sich für einen gefürchteten Bastard gehört – und von der Frau des Toten eine Ohrfeige und eine Standpauke bekommt. Diese Szene habt ihr schon mal gesehen? Tja, dann ist Max Payne nicht euer erster Polizeithriller, und dann stellt euch darauf ein, dass euch noch viel mehr Szenen und Plots bekannt vorkommen. Beau Bridges ist »B.B.«, der alte Vorgesetzte von Max, der jetzt in der Firma von dessen toter Frau arbeitet… ob der wohl Dreck am Stecken hat?
Bleibt als Tipp zu geben, dass regungslose Mienen in den Hauptrollen nicht automatisch Härte, Coolness oder Entschlossenheit zeigen, sondern auch einfach nur regungslos sein können, und dass die Idee, wie viel ein Mann einstecken kann, nicht funktioniert, wenn man auf eine Jugendfreigabe hin arbeitet und nur Löcher in den Mantel schießt, aber kein Blut zu sehen ist und das Gesicht schön sauber bleibt. Nächstes Mal Stirb Langsam ansehen, bevor man so was versucht.
Schließlich soll hier nicht verheimlicht werden, dass auch die Bildführung ziemlich amateurhaft ist. Der vermeintliche Bösewicht wird geschätzte siebenhundert Mal gezeigt, wie er mit seinem Riesenmesser von oben auf das Geschehen herabblickt, es gibt verwirrende Cuts zu anderen Orten, Figuren springen in den Film und wieder raus – scheiße gemacht.
Einziges Lob möchte ich dem Set Design aussprechen. Sieht man von den erschreckend falschen Schneeflocken ab, passen die Sets wirklich gut zu einer Verfilmung von Max Payne; die Drogenvisionen mit Valkyren und nun brennenden Flocken sind ebenfalls sehr gut inszeniert. Das allein reicht aber nicht. Lange nicht.

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