I (heart) Larry Flynt

Larry Flynt ist der streitbare Besitzer des us-amerikanischen Erotikmagazins Hustler. Ohnehin schon eine Ikone, der es in seinen Tagen auch mit dem Obersten Gerichtshof in Sachen Meinungsfreiheit aufgenommen hat. Jetzt hat er sich angeschaut, wie im Zuge der Finanzkrise mehr und mehr Unternehmen nach Staatsgeldern rufen, um sie vor dem Ruin zu retten. Das kann ich auch, hat er sich bestimmt gedacht.

Und 5 Milliarden Dollar Finanzhilfe erbeten.

CNNs Political Ticker meldet(via), dass Flynt und der Boss der Girls Gone Wild-Serie die Regierung gebeten haben, der Pornoindustrie mit dieser kleinen Summe auszuhelfen.

Dabei geht es dieser Industrie nicht wirklich schlecht, vor allem im Internet boomen die Seiten. Aber die Aufgabe des Kongresses, so ließ man verlauten, sei es, in diesen trüben Zeiten die sexuelle Lust der Amerikaner zu fördern.

Dazu kann ich nur sagen: Großartig! Dass es sich bei diesem Ansinnen um einen ernsten Antrag handelt, kann man wohl ausschließen. Vielmehr geht es darum, dass sich plötzlich überall Firmen melden, die in den Hilfpaketen eine Gelegenheit sehen, sich besser zu stoßen. Speziell auch die schon vorher strauchelnde Autoindustruie wird aufs Korn genommen: Amerikaner könnten ohne Autos leben, aber nicht ohne Sex.

Aber auch sonst heißt es: Es sähe so aus, als würde wirklich jeder um eine Finanzspritze bitten, und die Pornoindustrie wäre genauso von der Wirtschaftskrise beeinflusst wie alle anderen. Würde eine Finanzspritze das Leben aller US-Amerikaner verbessern? Wer könne das schon sagen.

Damit ist das Problem dieser Hilfspakete hervorragend auf den Punkt getroffen, wie es Satire so viel besser vermag als ernste Aufsätze. Wem hilft man und warum? Wen lässt man sterben? Ist es wirklich besser, ein großes Autounternehmen rauszuhauen, als hunderte kleinerer Unternehmer zu stärken? Ist es wünschenswert, wenn nach dem Finanzbeben nur noch Wolkenkratzer stehen und alle dann dort wohnen müssen – und zwar nicht, weil sie die stabilsten waren, sondern weil sie wegen ihrer Größe durch Baugerüste gestützt wurden, die dann die Einfamilienhäuser nicht am Einsturz hindern konnten?

Da hat Larry Flynt schon Recht: Warum soll General Motors Geld kriegen, Hustler aber nicht?

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