Im New Yorker Magazine gab es gerade einen Artikel namens The Cobra, in dem ein Blick hinter die Kulissen der Hollywood-Vermarktungsstrategien geworfen wird. Absolut lesenswert, wenn auch sehr lang.
Ein paar Impressionen zitiere ich hier mal in eigener Übersetzung und ansonsten kommentarlos.
»Meistens höre ich von Filmemachern, nachdem wir unsere Arbeit gemacht haben, ›Das ist nicht mein Film‹. (…) »Ich sage dann immer ›Du hast Recht, das ist der Film, den Amerika sehen will.‹«.
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Heutzutage leiten frühere Marketingler die Studios, wie Oren Ariv bei Disney und Marc Shmuger bei Universal. »Studios sind heute die Pickel auf dem Hintern riesiger Konglomerate«, sagt ein Produktionsleiter. »Also schätzen bei Meetings, bei denen über neue Filme gesprochen wird, ein Haufen Marketingler und Verkäufer den möglichen Umsatz des Films ein. Niemand sagt: ›Dieser Direktor wurde geboren, um diesen Film zu machen.‹«
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»Wenn wir unsere Entscheidungen nicht aufgrund von Vermarktung träfen, wäre John Malkovich in jedem Film. Toller Schauspieler, aber nicht jemand, den du halbnackt im Bett mit Angelina Jolie sehen willst.«
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Es heißt oft in Hollywood, dass niemand loszieht, um einen schlechten Film zu machen, aber in Wahrheit ziehen Leute ständig und gerne los, um einen schlechten Film zu machen. Eher zieht niemand los, um einen Film ohne vorher bestimmtes Publikum zu machen.
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Die häufigste Form der Aufteilung ist die in vier Quadranten: Männer unter 25, ältere (!) Männer, Frauen unter 25, ältere (!) Frauen. Ein Studio macht nur selten einen Film, der weniger als 2 Quadranten anspricht.
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Junge Männer mögen Explosionen, Blut, durch die Luft fliegende Autos, Slapstick, Witze über Kacke, »Du bist so schwul«-Gelaber und Sex – aber keine Romatik. Junge Frauen mögen Freundschaft, Popmusik, Mode, Sarkasmus, gefühlvolle und mit ihrem Herzen denkende Jungs und Romantik – aber keinen Sex (obwohl sie es mögen, das böse Mädchen darüber reden zu hören).
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Ältere Frauen mögen Filme zum Gutfühlen und solche zum Weinen: sie sind das Publikum für Geschichten von unglücklicher Liebe und dem Triumph des menschlichen Geistes. Sie freuen sich, wenn eine ältere Frau unter verschiedenen Männern aussuchen kann, sie hassen es, wenn Kinder in Gefahr geraten. Sobald sie dreißig sind, sind sie besonders »Kritikfühlig« (…) mit anderen Worten, sie suchen Filme nach Qualität aus, und darum gibt es nur wenig Filme, die für sie gemacht werden.Ältere Männer mögen düstere Filme, klassische Genres wie Western und Kriegsfilme, Männer, die ihr Heim verteidigen und Männer, die sich wie Idioten aufführen. Sie sind einfach zu befriedigen (…) aber schwer zu motivieren.
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Jedes Drama mit mindestens drei komischen Momenten wird im Trailer und den Fernsehspots als Komödie vermarktet.

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