Donner grollt

Ein Sommerabend. Auf dem Nachhauseweg werde ich vom Regen überrascht. Klatschnass. Als Optimist konnte ich diese Erfahrung nicht so stehen lassen, sondern musste sie umsetzen in eine Kurzgeschichte. Einer meiner poetischeren Texte, noch dazu nahezu autobiografisch. Der ewige Kampf zwischen Mensch und Natur, noch dazu mythologisiert. Diesen Text mag ich sehr, gerade weil ich ihn so heute niemals mehr schreiben würde. Thor, pfft.

Der Donner dringt mir ins Mark, hallt in mir wieder. Als würden alle Pauken der Welt zugleich geschlagen. Zu spät. Ich bin zu spät losgefahren, ich werde es nicht schaffen, mein Fahrrad ist zu langsam. Ich werde dem Gewitter nicht entkommen. Schwarzer Filz verbirgt die Sterne, in der bösen Schwärze tanzen Blitze. Der Himmel bleckt die Zähne. Ich bin gerade erst losgefahren, vielleicht könnte ich noch umkehren, es aussitzen, aber nein. Ich fahre weiter, trotzig, wider besseres Wissen. Rede mir ein, dieses Grollen sei hohles Geschwätz, dazu gedacht, mich aufzuhalten, mich einzuschüchtern, und mir erst durch meine Kapitulation die Möglichkeit zu nehmen, trocken zu bleiben. Ich gebe nicht auf. Das Wetter ist kein Gegner.

Mehr gibt es hier: Donner Grollt.

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